Die Geschichte des Faltrads - Folding bike history (Bromptonauten)

edited September 2018 in Rad Culture

Das Militär erkannte rasch den Nutzen des Fahrrades bei Erkundungs- und Truppenverlegungs-Aktionen. 1894 erlaubte das Preußische Kriegsministerium nach längerem Abwägen das Radfahren in Uniform - die Wendigkeit, Schnelligkeit der Soldatenverlegung und die geringe Geräuschentwicklung bei der Fortbewegung sind die Hauptursachen für diese Akzeptanz in der Truppe gewesen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besaßen offenbar sehr viele Soldaten einer Radfahr-Einheit ein eigenes Rad, das sie bei Manövern mitbrachten, um anschließend die Abnutzungskosten in Rechnung stellen zu können. Als dieser Trend überhand nimmt, veröffentlich das "Armee-Verordnungsblatt" eine "Cabinetsordre, die bestimmt, daß bei der Verwendung von Radfahrern für alle dienstlichen Zwecke während der Manöver nur die etatsmäßigen Dienstfahrräder benutzt werden sollen. Das Mitbringen eigner Räder und die Zahlung von 20 Mark Abnutzungskosten für deren Verwendung ist in Zukunft ausgeschlossen."

Als der Erste Weltkrieg ausbricht, bilden Fahrräder bereits eine ernstzunehmende Größe bei den Landstreitkräften. So verwundert es nicht, daß das Lauenburgische Jägerbatallion No. 9 auch über eine Radfahrer-Kompanie verfügt.

Source: http://www.kmrz.de/sonderausstellungsarchiv/2010_radfahren/2010_radfahren_c.htm

Comments

  • Im neunzehnten Jahrhundert gab es vor der Erfindung des Kettenantriebs und, dadurch ermöglicht, des "Sicherheitsfahrrads" eine Entwicklung, die zu immer größeren Hochrädern führte - bis zu 1,80 m Gesamthöhe. Da stellte sich - neben anderen - auch ein Transportproblem.
    William Grout, dem wir auch das Speichenrad mit allein zugbelasteten Drahtspeichen zu verdanken haben, erfand auch das erste "Faltrad", das er 1878 patentieren ließ. Man mußte allerdings nicht nur falten, sondern auch zerlegen, was insgesamt etwa zehn Minuten gedauert haben soll. Das wichtigste dabei war natürlich das Vorderrad. Und das ließ sich überhaupt nur teilen, weil die Reifen damals noch aus massivem Gummi bestanden. Das Ergebnis ist allerdings beeindruckend.

    Quote from article by Rainer Zenz

    Source: http://www.bromptonauten.de/geschichte/frgeschichte.html

  • Thema: (?) (518) Deutsches Reich Feldpost 1. Weltkrieg
    Am: 23.04.2016 12:59:25

    Picture (below) source: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=126142

  • In der Opf (Neumarkt)
    Publiziert am 31. Januar 2014 von ueberallistesbesser.de

    Das Stadtmuseum, das diese komplexe Geschichte bemerkenswert gut darstellt, springt dann rasch ins 19. Jahrhundert, in dem dank der Eisenbahn und des ersten Main-Donau-Kanals die Industrialisierung auch in periphere Regionen kam. Stolz sind sie in Neumarkt auf die Velozipedfabrik der jüdischen Fabrikanten Joseph und Adolf Goldschmidt, die zeitweise die älteste und größte Fahrradfabrik des Kontinents oder zumindest eine der ältesten und größten war. Nach dem Tod Joseph Goldschmidts 1897 in die „Express-Fahrradwerke Aktiengesellschaft“ umgewandelt, stellte sie noch bis in die 1950er Jahre viele Gefährte, auch Motorräder, her. Eine „Spiegel“-Titelseite über den Niedergang der Fahrradindustrie ist das letzte Exponat dieser Museums-Abteilung.


    Militär-Klapprad von 1941

    Es gibt aber eine Menge spektakulärere Exponate. Schon 1912 hatte diese Express AG dem bayerischen Armeeministerium den Vorschlag eines „zusammenklappbaren Militär-Rades“ bzw. „Armee-Klapprads“ unterbreitet, das dann sogar die preußische Armee bestellt haben soll. Selbst zur Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs wurden noch solche solche Räder gebaut. Ein „Militär-Klapprad mit Schiebmuffen mit exzentrischem Schnellverschluß“ von 1941 zählt zu den Attraktionen des Stadtmuseums.

    Im weiteren Kriegsverlauf wurde auch die Fahrradfabrik auf tödlichere Rüstungsgüter umgestellt. Der Rüstungsproduktion wegen, sowie weil sich in Neumarkt „etwa 20 bis 30 Mann der 17. Panzergrenadierdivision ‚Götz von Berlichingen‘ verschanzt“ hatten, ist die Stadt in den letzten Kriegswochen dann so weitgehend zerstört worden.


    Neumarkt Militärfahrräder im Stadtmuseum

    Source: http://ueberallistesbesser.de/in-der-opf-neumarkt/

  • edited September 2018

    Source: http://www.bromptonauten.de/geschichte/frgeschichte.html

    Additional info on the same page: http://www.bromptonauten.de/geschichte/museen.html
    (link to list of museums having folding bicycles in their arsenal)

    Kontakt / Contact: http://www.bromptonauten.de/kontakt.html

  • edited November 2018

    Historisches Klapprad von Wagtendonk, um 1910:


    Picture source: http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/428450

    Geschichte

    Der Brite William Grout entwickelte das erste Falt- bzw. Zerlegerad und ließ es 1878 patentieren. Es war ein Hochrad mit Vollgummireifen, dessen Vorderrad sich in vier radiale Segmente zerlegen ließ, die mit dem gefalteten Rahmen Platz in einem dreieckigen Koffer fanden.

    1896 wurde das „Faun“ patentiert, ein Sicherheitsrad mit Diamantrahmen (die Urform des modernen Fahrrads), dessen Rahmen in der Mitte um eine senkrechte Achse gefaltet werden konnte – bis heute das am weitesten verbreitete Verfahren bei Falträdern.

    Seit Beginn des 20. Jahrhunderts zeigte das europäische Militär Interesse an Falträdern und veranlasste die Entwicklung verschiedener Modelle. Beispiele sind die zerlegbare Variante des „Dursley Pedersen“, Schweizer Armeefalträder oder das holländische „Fongers“ von 1909, dessen Besonderheit die erstmalige Verwendung kleiner Laufräder (ca. 16") ist. Im Zweiten Weltkrieg entwickelte BSA das „Folding Military Bicycle“ für die britische Armee, das zeitweise auch Fallschirmspringer mit sich führten, um schneller den Landeplatz verlassen zu können. Aus diesem Rad entstand das heute wieder gebaute „Galaxe“ für zivile Fahrer.

    Im zivilen Bereich gab es in den 1920er bis 1940er Jahren diverse kleinrädrige Falträder wie das französische „Petit Bi“, das in seiner letzten Bauform schon große Ähnlichkeiten mit den Falträdern der 1970er Jahre aufwies.

    Full article: http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/428450

  • edited March 29

    Jäger Franz Prehofer, Radfahrer Abteilung, I Ersatz-Bataillon, 1 Bayer. Jäger

    Picture source: https://www.flickr.com/photos/drakegoodman/15884680581

  • Armee-Klapprad von Express

    Italienische Infanteristen mit Klapprädern im 1. Weltkrieg

    Picture source: http://st-pedali.blogspot.com/2017/11/kleine-liebeserklarung-ans-klapprad.html

  • edited March 29

    US Armee mit dem Montague Paratrooper Faltrad Klapprad 26 Zoll MTB Mountainbike

    Picture source: Faltrad-Zentrale

  • edited March 29

    Express “Patent-Armee-Klapprad”

    EXPRESSWERKE A.G., NEUMARKT, NEAR NUREMBERG, 1918

    Express produced its “Patent-Armee-Klapprad” model in large quantities for army cycle companies during World War I. The manufacturer supplied the portable folding bicycle with camouflage paint, a carry strap and bag. It was seen as high-quality and sturdy, but at 18 kg it was heavy, even for the time.

    Many countries set up bicycle infantry units even before 1900; they first appeared in Germany in 1894. As a lighter and cheaper alternative to horses, bicycles were used mainly for reconnaissance and signalling at first. Military use brought particular demands in terms of bicycle quality and technology.

    Soon the first folding bicycles were also created to meet military needs. Soldiers could quickly fold these cycles down and carry them on their backs like a kit bag if they became a hindrance in rough terrain or during fighting.

    Source / Quelle: Deutsches Museum
    https://www.deutsches-museum.de/en/verkehrszentrum/collections/road-transport/bicycles/express-patent-armee-klapprad/

  • Klapprad 1910

    Source: Wikipédia -> Winkler Prins Geillustreerde Encyclopaedie

  • edited March 29

    Exoten Klappräder

    BSA Airborne Bicycle "Parabike" , GB

    Armee Faltrad

    Baujahr 1943







    For more pictures: http://www.2-pedals.org/HTML/Exoten/exotenBSAAirborne.htm

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