Österreichische Muster-Klappräder 1900-1910 - Austrian folding bikes 1900-1910

edited September 21 in Rad Culture

Steyr Waffenrad M10 / 1912

1906 bestellte das KuK Reichskriegsministerium (RKM) bei verschiedenen österreichischen Fahrradproduzenten Muster-Klappräder. Nachdem Puch und andere Produzenten mit ihren Mustern ausgeschieden waren wurde Mr. Rossi aus Italien, der Erfinder der Rossi-Melli Klappräder der italienischen Armee eingeladen ebenfalls ein Klapprad für die KuK Armee zu präsentieren. Er baute dafür 2 Muster und schickte diese nach Österreich.

Das RKM testete auch seine Räder, sie gefielen – und so schickte das RKM diese beiden Musterräder an die noch im Rennen verbliebenen österreichischen Fahrradfabriken Styria Fahrradwerke und Steyr Waffenfabriksgesellschaft damit sie sich von Rossi was abschauen konnten.

1907 war es dann soweit, Muster-Klappräder aus Steyr und Graz wurden an das RKM gesendet. Diese wurden intensiv getestet und einigen Änderungen unterzogen (zum Beispiel wurde der Rahmen geändert damit das Tretlager mehr Abstand zum Boden hatte und das Tragesystem geändert). Danach bestellte das RKM die ersten Klappräder – 13 Stück bei Styria in Graz und 14 Stück bei Steyr Waffenrad.

Voraussetzung für die beiden Produzenten war dass ihre Klappräder sich im Großen und Ganzen sehr ähnlich sein mussten. Nur wenige Teile wie Tretscheibe oder Bremse waren unterschiedlich. Anscheinend zogen die Steirer bei den Styria Fahrradwerken bald den kürzeren denn die Folgebestellungen gingen alle nach Steyr.

Das Steyr Waffenrad Klapprad M10 wurde bis 1916 gebaut, dann folgte das M16. Nach dem ersten Weltkrieg wurden keine Klappräder mehr für das RKM produziert.

Das M10 ist im Gegensatz zu vielen anderen klappbaren Militärrädern mit 28 Zoll Rädern bestückt und hat auch einen klappbaren Lenker. Wie die zivilen Steyr Waffenräder dieser Zeit hat es ebenfalls einen geätzten Rahmen mit dem Waffenrad-Schriftzug am Oberrohr, nur wegen des Klappmechanismus nach vorne versetzt. Warum sollten die KuK Truppen auf die Schönheit einer Ätzung verzichten? Auch die Steyr-Lenkersperre und andere typische Details finden sich am Rad.

Der Lenker, natürlich mit dem patentierten Steyr Bremsmechanismus versehen, ist ein Klapplenker sehr ähnlich dem italienischen Rossi-Melli Lenker. Vermutlich hat Steyr diese Lenker in Lizenz gebaut. Der Antrieb ist des Rads ist ohne Freilauf, alle M10 bis 1916 wurden so gebaut. Original hatte das M10 40 Speichen in beiden Laufrädern. Im Gegensatz zum gebräuchlichen Schwarz der Räder dieser Zeit war das m10 beige lackiert, anscheinend gab es auch eine hellgrüne Version, zumindest das Styria Klapprad im Technischen Museum in Wien hat diese Farbe (dieses Rad wurde dem Museum 1915 von den Styria Fahrradwerken geschenkt). Alle blanken Teile wurden brüniert, nicht vernickelt.

Um das Rad am Rücken zu tragen gab es zwei Tragegurte, mit denen das zusammengeklappte Rad am Rucksack oder Tornister des Soldaten befestigt wurde.

For full article (with lots of illustrations) visit: http://www.fahrradsalon.at/2017/03/28/steyr-waffenrad-m10-1912/

Comments

  • edited September 21

    WW1 military folding bicycles
    Steyr Waffenrad M10 - 1912

    1906 the austrian Ministry of War (Reichskriegsministerium - RKM) ordered samples of foldable bicycles from different austrian bicycle producers. The RKM got in contact with a Mr. Rossi - who was the producer of the Rossi-Melli folding bicycles for the italian army - and he offered them to build these kind of bicycles for the austrian army too - and sent them 2 examples of his patented bicycle.
    The RKM tested the Rossi-Melli bicycles and were satisfied - so they sent the two Rossi-Melli bicycles to Styria Fahrradwerke and Steyr Waffenfabriksgesellschaft to develop their own folding bicycles.

    1907 Steyr and Styria sent back their own examples of folding bicycles to the RKM and after intensive testing and some changes (the chainwheel/gearing was too low for using the bicycles on bad roads and in terrain, the carrying-equipment was not comfortable) the RKM ordered the first bicycles - 13 exemplars from Styria and 14 from Steyr.

    The RKM required that the folding bicycles built by Steyr and Styria should be very similar, only some parts like the chainwheel, brake, etc were different. It seems that very soon Steyr got the exclusive order to build folding bicycles for the austrian army. The Steyr Waffenrad M10 was built until 1916, then the M16 followed. After WW1 no more folding bicycles were built by Steyr.

    For full article visit: http://www.veliciousbicycles.com/search/label/Klapprad





  • edited November 27

    Historisches Klapprad von Wagtendonk, um 1910:


    Picture source: http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/428450

    Geschichte

    Der Brite William Grout entwickelte das erste Falt- bzw. Zerlegerad und ließ es 1878 patentieren. Es war ein Hochrad mit Vollgummireifen, dessen Vorderrad sich in vier radiale Segmente zerlegen ließ, die mit dem gefalteten Rahmen Platz in einem dreieckigen Koffer fanden.

    1896 wurde das „Faun“ patentiert, ein Sicherheitsrad mit Diamantrahmen (die Urform des modernen Fahrrads), dessen Rahmen in der Mitte um eine senkrechte Achse gefaltet werden konnte – bis heute das am weitesten verbreitete Verfahren bei Falträdern.

    Seit Beginn des 20. Jahrhunderts zeigte das europäische Militär Interesse an Falträdern und veranlasste die Entwicklung verschiedener Modelle. Beispiele sind die zerlegbare Variante des „Dursley Pedersen“, Schweizer Armeefalträder oder das holländische „Fongers“ von 1909, dessen Besonderheit die erstmalige Verwendung kleiner Laufräder (ca. 16") ist. Im Zweiten Weltkrieg entwickelte BSA das „Folding Military Bicycle“ für die britische Armee, das zeitweise auch Fallschirmspringer mit sich führten, um schneller den Landeplatz verlassen zu können. Aus diesem Rad entstand das heute wieder gebaute „Galaxe“ für zivile Fahrer.

    Im zivilen Bereich gab es in den 1920er bis 1940er Jahren diverse kleinrädrige Falträder wie das französische „Petit Bi“, das in seiner letzten Bauform schon große Ähnlichkeiten mit den Falträdern der 1970er Jahre aufwies.

    Full article: http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/428450

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